<?xml version="1.0" encoding="utf-8"?>
<?xml-stylesheet href="/styles/rss/rss20.xsl" type="text/xsl" media="screen"?>
<?xml-stylesheet href="/styles/rss/rss20.css" type="text/css" media="screen"?>
<rss version="2.0" xmlns:itunes="http://www.itunes.com/dtds/podcast-1.0.dtd">
<channel>
  <title>Informationen aus TCM und Akupunktur</title>
  <itunes:subtitle>Informationen zur TCM und Akupunktur</itunes:subtitle>
  <itunes:summary>Aktuelles aus der chinesischen Medizin, z.B. zu Kinderwunschbehandlung, Schmerztherapie, Behandlung emotionaler Probleme u.a.</itunes:summary>
  <link>http://www.praxis-noll.de</link>
  <description>Aktuelles aus der chinesischen Medizin, z.B. zu Kinderwunschbehandlung, Schmerztherapie, Behandlung emotionaler Probleme u.a.</description>
  <lastBuildDate>Mon, 06 Sep 2010 09:44:05 +0200</lastBuildDate>
  <language>de</language>
  <copyright>Noll</copyright>
  <generator>www.podhost.de - Hosting your podcasts</generator>
  <webMaster>Prof. (Univ. Chengdu/China) Andreas A.Noll</webMaster>
  <managingEditor>Prof. (Univ. Chengdu/China) Andreas A.Noll</managingEditor>
  <atom:link rel="self" type="application/rss+xml" title="Informationen aus TCM und Akupunktur" href="http://tcm-praxis.podspot.de/rss" xmlns:atom="http://www.w3.org/2005/Atom" />
  <itunes:owner>
    <itunes:name>A.Noll</itunes:name>
    <itunes:email>info@praxis-noll.de</itunes:email>
  </itunes:owner>
  <itunes:author>Prof. (Univ. Chengdu/China) Andreas A.Noll</itunes:author>
  <itunes:category text="Health">
    <itunes:category text="Alternative Health" />
  </itunes:category>
  <itunes:category text="Health">
    <itunes:category text="Self-Help" />
  </itunes:category>
  <itunes:category text="Health">
    <itunes:category text="Sexuality" />
  </itunes:category>
  <itunes:category text="Health">
    <itunes:category text="Fitness &#038; Nutrition" />
  </itunes:category>
  <itunes:keywords>TCM, Akupunktur, Kinderwunsch, chinesische Medizin, China, Moxibustion</itunes:keywords>
  <itunes:image href="http://www.naturheilkunde-online.de/praxis/images/chinarzt.jpg" />
  <image>
    <url>http://www.naturheilkunde-online.de/praxis/images/chinarzt.jpg</url>
    <title>Informationen aus TCM und Akupunktur</title>
    <link>http://www.praxis-noll.de</link>
  </image>
  <itunes:explicit>no</itunes:explicit>
  <ttl>20</ttl>
  <item>
    <title>Kinderwunschbehandlungen - Überlegungen</title>
    <description>Einführender Vortrag zu einem 3-Tages-Seminar zur Kinderwunschbehandlung in der TCM/chinesischen Medizin mit Akupunktur und Kräutern. Grundlegende Gedanken zur Ethik, Problematik der Paarbeziehungen, IVF/ICSI, Inseminationen und die Begleitung der künstlichen Befruchtung in der TCM-Praxis von A.Noll in München und Berlin. 
www.praxis-noll.de</description>
    <author>Prof. (Univ. Chengdu/China) Andreas A.Noll</author>
    <pubDate>Sun, 25 Jul 2010 10:46:14 +0200</pubDate>
    <guid isPermaLink="false">402a50f549f8c3e427ecb8b39f2c678c</guid>
    <link>http://tcm-praxis.podspot.de/post/kinderwunschbehandlungen-uberlegungen/</link>
    <enclosure url="http://tcm-praxis.podspot.de/files/Kinderwunsch%20-%20Gedanken%20%FCber%20TCM%20und%20IVF%20etc..m4v" length="195266728" type="audio/mpeg"/>
  </item>
  <item>
    <title>Die Konstitutionen in der chinesischen Medizin</title>
    <description>Erster Teil eines Workshops üder das Erkennen der Konstitutionstypen in der chinesichen Medizin. Die Systematik der 5 Wandlungsphasen gibt dem TCM-Therapeuten eine gute Möglichkeit, Menschentypen zu erkennen und so ganzheitlich zu behandeln. Neben der Pulsdiagnose und der Zungendiagnose ist die Diagnostik durch das genaue Betrachten von Körperbau, Mimik, Hautfarbe, Körperhaltung etc. integraler Bestandteil der TCM-Behandlung.

www.praxis-noll.de

</description>
    <author>Prof. (Univ. Chengdu/China) Andreas A.Noll</author>
    <pubDate>Sun, 25 Jul 2010 07:54:23 +0200</pubDate>
    <guid isPermaLink="false">b3d9129adf4e9a1ecf1741ec87fc3e23</guid>
    <link>http://tcm-praxis.podspot.de/post/die-konstitutionen-in-der-chinesischen-medizin/</link>
    <enclosure url="http://tcm-praxis.podspot.de/files/Konstitutionen%201.mp4" length="116039255" type="audio/mpeg"/>
  </item>
  <item>
    <title>Die Praxis der Chinesischen Medizin-Diagnose und Therapie (A.Noll, Heilpraktiker)</title>
    <description>Ein Film über meine Praxis für TCM München/Berlin. Seit 1984 behandele ich Patienten mit Akupunktur, Moxibustion, Kräutern, Tuina und anderen seit Jahrtausenden in China erprobten Techniken. Schwerpunkte sind Schmerbehandlung, Kinderwunschsprechstunde, Frauen- und Männerkrankheiten, seelische Disharmonien, Verdauungsstörungen und Stoffwechselerkrankungen.
Näheres auf meiner Website: www.naturheilkunde-online.de</description>
    <author>Prof. (Univ. Chengdu/China) Andreas A.Noll</author>
    <pubDate>Fri, 02 Jul 2010 18:51:28 +0200</pubDate>
    <guid isPermaLink="false">01f250a87fe8f5e4dfdf6995eb2eca45</guid>
    <link>http://tcm-praxis.podspot.de/post/die-praxis-der-chinesischen-medizin-diagnose-und-therapie-anoll-heilpraktiker/</link>
    <enclosure url="http://tcm-praxis.podspot.de/files/Praxis%20Noll.m4v" length="66366992" type="audio/mpeg"/>
  </item>
  <item>
    <title>Zungendiagnose in der TCM-Teil 1/10</title>
    <description>Workshop am 26.6.2010 für den 5-Elemente-Verein (Ernährungsberater). Ein kleiner Beitrag über die Bedeutung der Zungendiagnose in der TCM/Akupunktur. Die Aussagekraft der Zngendiagnostik im vergleich zur Anamnese/dem diagnostischen Gespräch und der Pulsdiagnose.
www.praxis-noll.de
</description>
    <author>Prof. (Univ. Chengdu/China) Andreas A.Noll</author>
    <pubDate>Sun, 27 Jun 2010 06:49:45 +0200</pubDate>
    <guid isPermaLink="false">66b21b273b7a0987a9d3ad6ab6a45da8</guid>
    <link>http://tcm-praxis.podspot.de/post/zungendiagnose-in-der-tcm-teil-110/</link>
    <enclosure url="http://tcm-praxis.podspot.de/files/Zungendiagnose-Relevanz%2020101.m4v" length="48656167" type="audio/mpeg"/>
  </item>
  <item>
    <title>Das Alte, Gute und Vergangenene......Vortrag auf dem TCM-Kongress in Rothenburg 2009</title>
    <description>Liebe Kolleginnen und Kollegen,
nachdem Sie nun schon einige lehrreiche und vielfältige Vorträge zu hören bekommen haben, möchte ich, wie gewohnt, noch etwas an Verwirrung &#8222;draufsetzen&#8220;.

Es dreht sich um Gedanken, die wir uns vielleicht nicht in der alltäglichen Praxis machen. 

Aber gelegentlich sollten wir auch über Dinge reflektieren, die eben nicht so alltäglich sind. 

Dinge wie &#8222;Leben und Tod&#8220;, Sterblichkeit, Vergänglichkeit&#8230;kurzum, über Dinge, deren Erörterung  einen sowohl trübsinnig machen als auch die ganz großen, nahezu erleuchtenden Einsichten verschaffen können.

Folie 1
Lassen Sie sich doch einen Augenblick Zeit, diese Assoziationsketten auf sich wirken zu lassen. 

Fällt Ihnen auf, wie plakativ der linke Teil der Grafik erstrebenswert erscheint? 

Alt gleich gut? 

Natürlich gleich gut? 

Und die Verkehrung auf der anderen Seite &#8211; alles Künstliche ist schlecht, alles Ungesunde ist falsch? 

Gerade letzteres ist auch ein Thema, was wir immer wieder mit unseren Patienten diskutieren müssen- die gehen doch zu 90% davon aus, daß alles aus dem Bioladen oder mit dem Bio-Siegel gut und gesund ist. 
Am besten roh und ungeputzt verzehrt, ist die Möhre geradezu Garant für langes Leben und Gesundheit. 

Das ungeschälte Getreide wird mit den noch vorhandenen Backenzähnen zermahlen, die blähende Unverdaulichkeit ignoriert als notwendige Begleiterscheinung eben &#8222;gesunder Ernährung&#8220;.  

Eigentlich war ja die Erfindung des Feuers ein großer Fortschritt in der Entwicklung der Menschheit, weil man Nahrungsmittel damit kochen und somit a) wohlschmeckender und b) besser verdaulich machen konnte. 

Aber das rührt viele Menschen wenig. 

Hängen wir doch alle fest an diesen Assoziationen. 
Auch wir hier &#8211; wir betreiben eine &#8222;alte Medizin&#8220;, zitieren &#8222;alte Bücher&#8220; der &#8222;alten Chinesen&#8220; &#8211; ungeachtet der Tatsache, daß auch die Chinesen ihre heilkundlichen Auffassungen an die Erfordernisse der jeweiligen Zeitepoche angepaßt hatten. 

Tun wir das eigentlich auch? 

Ist das für uns sogar sehr legitim und erforderlich?

Folie 2
Und so leben und denken wir fast bipolar: Das Alte, Schöne und somit Gute wollen wir bewahren und vor allem HABEN. 

Das Manufactum-Prinzip. 

Die Guten Dinge- gottseidank gibt es sie noch. 
Inzwischen sind zwar praktischere und billigere Dinge wie Mobiltelefone oder hautschonende Seifen entwickelt worden. 

Aber wen überfällt nicht eine sehnsüchtige und schnell kaufsüchtige Rührung, wenn er ein schwarzes Kabeltelefon wieder entdeckt, das in den Tiefen der Kindheitserinnerungen zu verschwinden drohte? 

Die Frage ist jedoch immer: Was können wir Wann und Wozu gebrauchen? 

Was ist vom Alten heutzutage noch nützlich? 

Welche Erfahrungen der &#8222;alten&#8220; Philosophen, sei es aus dem antiken Griechenland oder der Han-Dynastie Chinas decken Bedürfnisse ab, die wir Jetzt-Menschen in Europa haben? 
Viel muß es davon geben- sonst hätten sich z.B. auch nicht so viele TCM-Begeisterte hier eingefunden. 

Und vor allem könnten wir von unserem heilkundlichen Handwerk nicht leben &#8211; die Patienten würden überhaupt nicht akzeptieren, was wir mit ihnen so anstellen. 

Es gibt viele Elemente aus dieser alten, fernen und völlig fremden Heilkunde, die wir erkennen, nutzen und gebrauchen können. 

Aber eben nicht alle, und vor allem: diese Elemente verändern sich, sie verwandeln sich, erleben eine Umwandlung, wenn sie in unserer Welt und HEUTE gebraucht werden. 

Was passiert da eigentlich? 
Da kommt uns etwas aus der exotischen Ferne zu Ohren, wir finden es gut &#8211; weil wir uns angesprochen fühlen. 

Es wird ein Bedürfnis erfüllt, und wir ziehen Parallelen zu dem, was schon zu unserem Wissen- und Erfahrungsschatz gehört. 

Schauen wir uns einmal an, wie es mit dem Thema dieses Kongresses ist.

Folie 3
Und stellen uns Fragen: 

Worum geht es? 

Um Essenz und Geist, die etwas miteinander zu tun haben. 
Und die sich wechselseitig ergänzen. 

Jing nähren, bewahren, um es dann irgendwann und irgendwie zu Shen zu transformieren. 

Gängige Vorstellung. 

Dazu gehört auch, und das ist wesentlich, eine ganz besondere Vorstellung von Shen. 

Shen ist Geist, ist Erleuchtung, ist geradezu der Himmel. 

Aber, liebe Kolleginnen und Kollegen, haben Sie sich schon einmal Gedanken darüber gemacht, was &#8222;Geist&#8220; oder &#8222;Seele&#8220; eigentlich sind? 

Das haben unendlich viele Philosophen und Heiler vor Ihnen schon getan. 

Und sie kamen zu ganz unterschiedlichen Ergebnissen. 

Es kam ganz darauf an, wo und in welcher Zeit sie lebten. 

Unsere Seelen- und Geistervorstellungen schwanken zwischen Halloween und dem Jüngsten Gericht. 

Die eines Chinesen aus der Han-Dynastie zur Zeit Christi Geburt zwischen dem Einfluss des verstorbenen Großvaters und &#8222;Wurm-Seelen&#8220;, die Spitzel der Gottheiten im Körper eines Menschen sind und dessen Fehler unverzüglich melden. 
Welche geistige Ebene wollen wir erreichen, wann sind wir perfekt? 

Die mittelalterliche Alchemie bei uns suchte den Stein der Weisen.

Ist Weisheit die Erleuchtung?

Folie 4
Die Alchemie der &#8222;alten&#8220; Chinesen ging eigentlich ganz andere Wege. 

Das Ziel der Umwandlung zur Perfektion ging zurück. 

Im Daodejing heißt es: 
Das Dao schafft das Eine, das Eine die Zwei, die Zwei die Drei, die Drei die Zehntausend Dinge. 
Die Zehntausend Dinge tragen das Dunkle im Rücken, das Lichte in den Armen. 
Der Atem des Leeren jeoch macht den Einklang. 

Die Zehnntausend Dinge, das sind die unendlich vielen Manifestationen und Erscheinungen von Dao in der Welt. 

Das Dao selbst zu erreichen, bedeutet von dieser Vielfältigen, komplizierten, bunten Welt zurück zu kommen zur Einfach-Heit, zum Einen. 

Von da aus ist es noch ein kleiner, aber entscheidender Schritt zur tatsächlichen Essenz, zum Jing dieser Welt: dem Dao. 

Folie 5 
Nicht Weisheit, Klugheit oder geistige Erleuchtung, nicht das Oben, sondern das Einfache, Kleine und Ursprüngliche ist das Ziel. 

Tod und Leben? 

Nichtig, wenn man einen Weg gefunden hat, die wie auch immer geartete Unsterblichkeit zu erlangen. 

Sei es nun mit Kräutern oder Mineralien, Gebeten oder Ritualen, Meditationen oder Imaginationen. 

Die meist daoistischen Sucher nach Unsterblichkeit waren sehr kreativ, aber auch dies je nach den Bedürfnissen und Erfordernissen ihrer Zeit. 

Folie 6
Hier in diesem Ambiente in Rothenburg, wo sie die Phantasie schweifen lassen können und nächtens vielleicht die Geister der Alchemisten des Mittelalters erahnen können, möchten wir Ihnen gerne etwas mehr über deren fernöstliche Kollegen erzählen. 

Es geht heute am Nachmittag um Schamanen, Zauber und Daoisten. 

Die haben versucht, mittels phantasievoller Methoden und Rezepte die Unsterblichkeit zu erreichen. 

Es dreht sich in dieser Zeit vor allem um Waidan, die äußere Alchemie, der sich Daoisten und auch Buddhisten widmeten &#8211; die Unterscheidung war damals gar nicht so einfach.

Morgen vormittag geht es in einem Workshop von Martina Darga um die innere Alchemie, Neidan. 

Diese entfaltete sich erst seit etwa 1000 Jahren in China &#8211; es war ein Zusammenfließen buddhistischer und verschiedener daoistischer Vorstellungen. 

Ziel: Unsterblichkeit des Individuums z.B. durch Imagination des inneren Embryos.

Morgen nachmittag und am Sonntag haben Sie die erstmalige Gelegenheit auf diesem Kongress, Livia Kohn in Workshops über innere Alchemie für Frauen und Daoyin-Übungen kennen zu lernen. 

Livia Kohn ist, so kann man sagen, DIE Spezialistin für den religiösen und heilkundlichen Daoismus weltweit! Ich freue mich, daß wir sie gewinnen konnten!
Nun wünsche ich Ihnen viel Erfolg und Vergnügen bei der alchemistischen Transformation dieses enormen Substrats, das Ihnen in den nächsten Tagen hier angeboten wird!

Vor allem: Ich bedanke mich für Ihre strapazierte Aufmerksamkeit!

www.praxis-noll.de

</description>
    <author>Prof. (Univ. Chengdu/China) Andreas A.Noll</author>
    <pubDate>Sat, 12 Jun 2010 19:48:37 +0200</pubDate>
    <guid isPermaLink="false">11d25e693adfdf5381b0c1e05c70d0b6</guid>
    <link>http://tcm-praxis.podspot.de/post/das-alte-gute-und-vergangenenevortrag-auf-dem-tcm-kongress-in-rothenburg-2009/</link>
    <enclosure url="http://tcm-praxis.podspot.de/files/ro2009.m4v" length="80421664" type="audio/mpeg"/>
  </item>
  <item>
    <title>Das Leben an sich ist Stress-der Mensch und seine Konflikte (Audio, Workshop)</title>
    <description>Workshop auf dem Rothenburger TCM-Kongress 2006
1 Der Anfang
1.1 Das Ziel: Die Ganzheit
Das Ziel ist die Ganzheit und die Vollkommenheit, der Stress sind die Steine auf dem Weg dorthin - Stolper- und Bausteine.
1.1.1 Authentizität
Den aus dem Eigenen erwachsenen Vorstellungen entsprechend zufrieden, ganz und somit echt zu sein. Der runde Kreis - Grösse entspricht dem Mass an Selbstsicherheit und Selbstzufriedenheit.
Dellen und Beulen sind Defizite und Überschüsse. 
Die Dellen sind die zum Handeln treibenden Defizite.
Die eigenen Dellen sind die Überschüsse der Anderen.
1.1.2 Vorstellungen
Woraus erwächst das Gefühl der Ganzheit?
Orientierung an gesellschaftlichen, kulturellen, sozialen, religiösen und ästhetischen Vorstellungen:
Für wen oder für was handle und lebe ich?
Was ist gut?
Was ist richtig?
Was ist erstrebenswert?
Was ist Glück?
1.1.2.1 Gottgefälligkeit
Protestantismus (Calvinismus), USA:
Der Erfolgreiche zeigt, daß er auserwählt ist:
    *  &#8222;an den Früchten sollt ihr sie erkennen&#8220;.Mt. 7,16
    * &#8222;Machet euch die Erde Untertan&#8220;.1. Mose 1, 28

&quot;Bedenke, dass die Zeit Geld ist;...&quot;B. Franklin

Nietzsche, Menschliches allzu Menschliches, Aphorismus 284
Zu Gunsten der Müssigen. - Zum Zeichen dafür, dass die Schätzung des beschaulichen Lebens abgenommen hat, wetteifern die Gelehrten jetzt mit den thätigen Menschen in einer Art von hastigem Genusse, so dass sie also diese Art, zu geniessen, höher zu schätzen scheinen, als die, welche ihnen eigentlich zukommt und welche in der That viel mehr Genuss ist. Die Gelehrten schämen sich des otium. Es ist aber ein edel Ding um Musse und Müssiggehen. - Wenn Müssiggang wirklich der Anfang aller Laster ist, so befindet er sich also wenigstens in der nächsten Nähe aller Tugenden; der müssige Mensch ist immer noch ein besserer Mensch als der thätige. - Ihr meint doch nicht, dass ich mit Musse und Müssiggehen auf euch ziele, ihr Faulthiere?
1.1.2.2 Gesellschafts-Gefälligkeit
Gott ist tot! 
&quot;Das grösste neuere Ereigniss, - dass &quot;Gott todt ist&quot;, dass der Glaube an den christlichen Gott unglaubwürdig geworden ist - beginnt bereits seine ersten Schatten über Europa zu werfen. Für die Wenigen ...muss unsre alte Welt täglich abendlicher, misstrauischer, fremder, &quot;älter&quot; scheinen. .. was Alles, nachdem dieser Glaube untergraben ist, nunmehr einfallen muss, weil es auf ihm gebaut, an ihn gelehnt, in ihn hineingewachsen war: zum Beispiel unsre ganze europäische Moral.&quot;
(Nietzsche, Die fröhliche Wissenschaft, Aph. 343)

Nicht mehr Gott beherrscht die Welt, sondern der Mensch - der Mensch ist Gott! Alles ist machbar!
Psyche (als neuer &quot;innerer Gott&quot;) beherrscht die Physis (Natur)
Orientierung: 
- von der Gesellschaft/Kultur/Wirtschaft selbst erstellte Normen
- das eigene Wollen des eigenen Erfolgs (?)
- Aussenwirkung als treibendes Motiv zum Handeln:

Die Mutter giebt dem Kinde, was sie sich selber entzieht, Schlaf, die beste Speise, unter Umständen ihre Gesundheit, ihr Vermögen. -   Sind das Alles aber unegoistische Zustände?...Ist es nicht deutlich, dass in all diesen Fällen der Mensch Etwas von sich, einen Gedanken, ein Verlangen, ein Erzeugniss mehr liebt, als etwas Anderes von sich, dass er also sein Wesen zertheilt und dem einen Theil den anderen zum Opfer bringt?... Die Neigung zu Etwas (Wunsch, Trieb, Verlangen) ist in allen genannten Fällen vorhanden; ihr nachzugeben, mit allen Folgen, ist jedenfalls nicht &quot;unegoistisch&quot;. - In der Moral behandelt sich der Mensch nicht als individuum, sondern als dividuum.(Nietzsche, Menschliches Allzu Menschliches, Aph. 57)
1.1.2.3 Autonomie
 Autonomie des Menschen und Heteronomie durch Andere(s):
  &quot;Die Autonomie des Willens ist das alleinige Prinzip aller moralischen Gesetze und der ihnen gemäßen Pflichten... Also drückt das moralische Gesetz nichts anderes aus, als die Autonomie der reinen praktischen Vernunft, d.i. der Freiheit, und diese ist selbst die formale Bedingung aller Maximen, unter der sie allein mit dem obersten praktischen Gesetze zusammenstimmen können&quot; (in: Kritik der praktischen Vernunft, I § 8).

    &quot;Autonomie des Willens ist die Beschaffenheit des Willens, dadurch derselbe ihm selbst (unabhängig von aller Beschaffenheit der Gegenstände des Wollens) ein Gesetz ist. Das Prinzip der Autonomie ist also: nicht anders zu wählen, also so, daß die Maximen seiner Wahl in demselben Wollen zugleich als allgemeines Gesetz mit begriffen sein&quot; (in: Grundlegung zur Methaphysik der Sitten II: Die Autonomie des Willens als oberstes Prinzip der Sittlichkeit). 
1.1.2.4 China und die Hoffnung auf Glück
Die Zeitvorstellung;
Zitat Bauer S.13/14
1.2 Der Motor: Ming Men
Das Streben nach Glück:
Drang zu Handeln bedeutet: Es sind Bedürfnisse zu befriedigen. Dierse Bedürfnisse ergeben sich aus der Leere von Teilaspekten unseres Daseins - hier systematisiert nach den Wu Xing (5 Wandlungsphasen).
Motor für den Drang ist Ming Men - für die lebenserhaltende und - erweiternde Funktion aller Zangfu unabdingbar
Drang zum Leben

Dynamis, Mana - eine dem Menschen innewohnende bestimmende und leitende Kraft, vs. Gott/Götter/Geister

Ethymologie:
Wollen/zhi
Vision
Idee
1.1.2 Feuer
1.1.2.1 ...nach Glück
...Das Gefühl einer ....Zitat Bauer S.11
1.1.2.2 Zufriedenheit
1.1.2.3 Lieben
1.1.3 Holz
1.1.3.1 ...nach Abenteuer
1.1.3.2 ...nach Unruhe
1.1.3.3 ...zum Weiterkommen
1.1.3.4 Qi
1.1.3.5 Wollen
1.1.4 Erde
1.1.4.1 ...nach Gewinn
1.1.4.2 Langeweile
1.1.4.3 Verdauung
1.1.4.4 Denken
1.1.5 Metall
1.1.5.1 ...nach Vollendung
1.1.5.2 Ritual
1.1.5.3 Sicherheit
1.1.5.4 Haut und Atemwege
1.1.5.5 Fühlen
1.1.6 Wasser
1.1.6.1 ...nach dem &quot;Kick&quot;
1.1.6.2 Nach Leben
1.1.6.3 Identität
1.1.6.4 Ruhe
1.1.6.5 Urogenital
1.1.6.6 Sein
1.2 Ausgleich
Der Drang zum Handeln und somit zur Befriedigung der Bedürfnisse endet mit deren Befriedigung und entsteht durch deren Bedürftigkeit.
1.2.1 Der Widerspruch
Das Streben nach Ganzheit:
- definiert sich aus der Feststellung von Defiziten oder Überschüssen
- definiert sich aus der Gegenüberstellung des Ich mit den Anderen
- entsteht durch Individualisation, Sozialisation und Bestätigung des Selbstwertes

Nur das Empfinden von Leere führt zur Füllung, nur die Fülle will entleert werden
oder:
Die Leere führt zu Bedürfnissen, die Sattheit führt zur der Entleerung.
1.2.2 Die Synthese
Eines geht nicht ohne das Andere. 
Einmal Yin, einmal Yang - das ist das Dao

Akzeptanz ohne Wertung- was führt zur (Be-) Wertung?
Ethik - was ist persönlich und gesellschaftlich richtiges Verhalten? Wie sind persönliche und gesellschaftliche Notwendigkeiten zu vereinbaren?
Moral - richtiges und falsches Denken (Definition?) Warum muss man überhaupt moralisch sein?

1.2.3 Homo ludens
	Homo sapiens - Homo faber - Homo ludens: Das Spiel als Weg
Ming Men als Quelle des &#8222;ministeriellen Feuers&#8220; strebt nach oben und vereint sich mit dem kaiserlichen  Feuer des Herzens. Hier entsteht dann das, was das persönliche Glück ausmacht, dieses, wie Bauer es schreibt, &#8222; Das Gefühl einer jauchzenden Selbstentäusserung und doch auch eines Aufgefangenwerdens von einem grösseren Ich&#8220;. Es bewirkt dann die Umwandlung des Menschen in einen Homo ludens, der die Zwänge des Alltags hinter sich lässt und 
-freies Handeln
-Heraustreten aus dem Alltag
-Abgeschlossenheit, Begrenztheit
-Spannung (Ungewissheit/Chancen) und Streben nach Entspannung
2 Der Weg
2.1 Die Rückkehr
2.1.1 Anpassungsprobleme
Neue Erfahrungen, Impulse müssen reflektiert und in das Bestehende integriert werden. Das Neue versteht sich dann nicht als Ersatz für das Alte, Vertraute und Vergangene, sondern als deren Erweiterung.
2.1.2 neue Identität
Das Ergebnis des Ausflugs in den Drang ist eine neue Identität, erweitert um einen neuen Rahmen. Der Mensch ist das Zentrum all dessen, was integriert werden kann. In seinem Erleben, Denken und Fühlen fliessen Vergangenheit und Gegenwart zusammen. So wird die Ausgangsbasis für die weitere Zukunft geschaffen.
2.1.3 Abschied
Die Rückkehr zum Alltag heisst Abschied von Neugier, Abenteuerlust, Kribbeln und Sehnsüchte. Die Rückkehr zur Langeweile?
2.2 Der Ausbruch
2.2.1 Verlust der Identität
Identität: Bestimmung des Selbstwertes durch Übereinstimmung und Abgrenzung zur Mitwelt
Identität wird gespeist durch unterschiedlichste gesellschaftliche Rollen
2.2.2 Anpassungsprobleme
Wechsel der gesellschaftlichen Rolle und Funktion führt zur Neudefinition der Identität. Somit zu Kollisionen mit bestehenden Strukturen, in die man im Ausbruch aus dem Alltag vordringt.
Höchste Anforderungen an Adaptionsfähigkeit
2.2.3 Reaktionsfähigkeit und -schnelligkeit
Die Einstimmung auf nicht vorhersehbare Konflikte bewirkt eine Habacht- Stellung, um in Reaktionsfähigkeit und - schnelligkeit auf alles eingestellt zu sein.
2.2.4 Abschied
Der passagere Verlust des gewohnten Alltags mitsamt Sicherheit und Übersichtlichkeit bringt Verlust von Selbstverständlichkeit und Ganzheit.
Die Lücke ist Leere, die nach Füllung schreit.

</description>
    <author>Prof. (Univ. Chengdu/China) Andreas A.Noll</author>
    <pubDate>Sat, 12 Jun 2010 10:58:40 +0200</pubDate>
    <guid isPermaLink="false">d8bc328fcbcac9c5fadb971ed85c5baa</guid>
    <link>http://tcm-praxis.podspot.de/post/das-leben-an-sich-ist-stress-der-mensch-und-seine-konflikte-audio-workshop/</link>
  </item>
  <item>
    <title>Stress-workshop, Teil 1 (Audio)</title>
    <description>Stress- Mechanismen und Strategien aus Sicht der chinesischen Medizinphilosophie und -Psychologie. Ein Workshop auf dem TCM-Kongress in Rothenburg 2006</description>
    <author>Prof. (Univ. Chengdu/China) Andreas A.Noll</author>
    <pubDate>Sat, 12 Jun 2010 10:58:13 +0200</pubDate>
    <guid isPermaLink="false">b38fed4f9b64f64b4f33dbf749ee4eb9</guid>
    <link>http://tcm-praxis.podspot.de/post/stress-workshop-teil-1-audio/</link>
    <enclosure url="http://tcm-praxis.podspot.de/files/stress-workshop1.mp3" length="46479188" type="audio/mpeg"/>
  </item>
  <item>
    <title>Chinesische Medizin- über Fragen, Antworten -Urteile/Vorurteile aus der Geschichte</title>
    <description>Ein Vortrag auf dem abschließenden Plenum des 41. Rothenburger TCM-Kongresses. Hintergründige Gedanken...</description>
    <author>Prof. (Univ. Chengdu/China) Andreas A.Noll</author>
    <pubDate>Sat, 12 Jun 2010 01:44:40 +0200</pubDate>
    <guid isPermaLink="false">72d0eefb4d13443fc6177549a8ffa5b9</guid>
    <link>http://tcm-praxis.podspot.de/post/chinesische-medizin-uber-fragen-antworten-urteilevorurteile-aus-der-geschichte/</link>
    <enclosure url="http://tcm-praxis.podspot.de/files/Rothenburg%202010-2.m4v" length="69483229" type="audio/mpeg"/>
  </item>
  <item>
    <title>Wege zum Glück- Plenumsvortrag auf dem TCM-Kongress Rothenburg 2010</title>
    <description>Viel Glück, Gesundheit und allseitiges Wohlergehen ...
....das wünsche ich Ihnen nicht nur für die nächsten Tage!
Ist das nicht wunderschön unverfänglich? Kann ich doch nur vermuten, was Sie alle darunter verstehen!
Glück? In der Auswahl der Workshops? In der Liebe oder im Spiel, im Geschäft oder in der Erfüllung offener oder geheimer Träume? 
Gesundheit? Keine Rückenschmerzen und vom Sitzen geschwollene Unterschenkel? Reibungsloses Funktionieren des Körpers? 
Wohlergehen? Was fehlt Ihnen dazu im Leben? 
Jeder versteht darunter etwas anderes. 
Zu jeder Zeit, an jedem Ort gab es zudem einen anderen Mainstream, der die Sehnsüchte des Einzelnen in zeit- und systemkonforme Bahnen lenkt. 
Seit Menschengedenken gibt es jedoch einen Konsens: Jeder Mensch strebt danach den Widrigkeiten des Lebens zu entgehen. 
Diese bestehen nun mal in Leiden, Schmerzen, Trübsal, Hunger und Verzweifelung und deren Schlimmste scheint das Ende des Lebens selber zu sein. 
Obwohl man ja eigentlich dann die jahrzehntelange Plackerei hinter sich hat. 
Die großen Fragen des Daseins sind: warum lebt, warum leidet und warum wird der Mensch geboren und stirbt irgendwann? 
Jedes Zeitalter und jede Kultur hat andere Antworten auf diese Frage gefunden. Und hat andere Lösungswege entworfen. 
Priester verschiedenartigster Religionen gaben Antworten. Meist waren sie auch gleichzeitig Heiler. 
Es gab Schamanen, Gottkönige und seit einiger Zeit die Halbgötter in Weiß. 
Wir im Westen kämpfen gegen Krankheiten jeder Art, fragen dabei wenig nach guter Lebensqualität und verweisen auf Überlebens-Statistiken.
Gibt es ein Leben ohne Krankheit und Leiden überhaupt? 
Von Geburt an ist der Mensch den Widrigkeiten des Lebens ausgesetzt. 
Zeitlebens kollidiert er naturgemäß mit sich und seiner Umwelt. 
Er entwickelt Bestrebungen, um seine Bedürfnisse nach Sattheit und Liebe zu befriedigen. 
In jeder Gesellschaft müssen sich alle Teilnehmer an diesem großen Spiel gegenseitig abstimmen, arrangieren, müssen zurückstecken oder Strategien zum Überleben entwickeln. 
Sie können gewinnen oder verlieren. 
Gegen Bakterien und Viren ebenso wie gegen Konkurrenten auf den anderen &#8222;Märkten der Begehrlichkeiten&#8220;. 
Das schafft Leiden. Vermeiden können wir dieses Leiden nicht. 
Vielleicht können wir es vermindern: wenig Begehrlichkeiten, wenig Bedürfnisse, Askese oder Autarkie...
Es bleibt stets die Sehnsucht nach einer Erlösung von der Mühsal &#8211; durch Befriedigung aller Sehnsüchte- das nennt man dann wohl &#8222;Glück&#8220;. 
Oder wir hoffen wir auf eine wie auch immer geartete Erlösung im Jenseits. Wenn wir das Paradies nicht auf Erden finden, dann wenigstens im Jenseits. 
Yangsheng- das Leben nähren -so heißt die Gesundheitspflege in China. Wellness bei uns? 
Was versteht man dort darunter, und worin unterscheiden sich diese Vorstellungen von unseren abendländischen Ideen von Glück, Gesundheit und Wohlbefinden? 
Im Westen sind wir vor allem darauf bedacht, zielorientiert zu &#8222;arbeiten&#8220;: Ziel ist &#8222;Glück&#8220; &#8211; wohl wissend aus gelegentlich schmerzlicher Erfahrung, dass dieser Zustand nur allzu flüchtig ist. 
Länger und auf einem gemäßigten Plateau des Hochgefühls verweilend beim Glück der Liebe. 
Und trügerisch beim gesellschaftlichen Erfolg und Ansehen. 
Die chinesische Herangehensweise &#8211; ungeachtet aller verschiedenen Entwicklungen Chinas in den Jahrtausenden- ist viel mehr an der aktuellen Situation orientiert. 
Denn nur Zweierlei ist sicher im Leben: Anfang und Ende. 
Alles ist nichtig, wenn wir sterben &#8211; wobei aber gerade das bedauerlicherweise nun mal das Ziel des Lebens ist. 
Schmerz und Leid sind Auswirkungen des Lebens in Vergangenheit und Gegenwart. 
Die Vergangenheit ist nichtig, allein die Gegenwart, das jetzige und überaus aktuelle Leben ist beeinflussbar. 
Aktuell, in jeder Mikrosekunde fließt die Lebenskraft Qi im Menschen. 
Auf den verschiedensten Wegen &#8211; den Leitbahnen - kursiert es ohne Pause und Stockung. 
Hier kann es stagnieren und versiegen, aber auch therapeutisch im &#8222;hier und jetzt&#8220; beeinflusst werden.
Mit &#8222;Achtsamkeit&#8220; sollte diese flüchtige Situation wahrgenommen, erfasst und vielleicht auch gelenkt werden. 
In welcher Situation, im welchen Kontext befindet sich gerade jetzt dieser einzigartige  Mensch? 
Gestern war er ein anderer, mit anderen Bedürfnissen und Erfordernissen. 
Schon in der nächsten Sekunde hat sich seine Situation verändert. 
Flüchtig und nichtig ist sein status, angepasst und variabel sind unsere therapeutischen Handlungen, die dazu führen können, den Fluss des Lebens zu erhalten. 
Wie anders im Westen- dort strebt man nach festen Zuständen, klaren Strukturen, nach Standards und Unveränderlichkeit!  
Viele Daoisten strebten die substantielle Unsterblichkeit oder vielleicht besser gesagt Langlebigkeit an, entwickelten Meditationstechniken und alchemistische Mittel.
Immer jedoch ging es um den behutsamen, achtsamen Umgang mit der eigenen Existenz. 
Bekannt geworden sind bei uns im Westen Praktiken wie die im Daoyin zusammengefassten &#8211; im Workshop von Livia Kohn heute Nachmittag können Sie mehr darüber erfahren.
Aber schon lange vor der Etablierung des Daoismus als Religion in den ersten nachchristlichen Jahrhunderten wurden Methoden zur Pflege und Verlängerung des Lebens entwickelt und verbreitet, wie z.B. bei Zhuangzi:
&#8222;Gibt es vollkommenes Glück auf Erden oder nicht?.... Was die Welt gemeinhin schätzt, ist Reichtum, Ehre, hohes Alter und Herzensgüte; woran sie Freude findet, ist Wohlleben, gutes Essen, prächtige Kleider, schöne Frauen und Musik...... Ich glaube, wahre Freude besteht im Nicht - Tun, was die Welt für großes Unglück hält.&#8220; 
Und lassen Sie es mich ergänzen mit einem wunderschönen Aphorismus von Friedrich Nietzsche:
Wenn Müßiggang wirklich der Anfang aller Laster ist, so befindet er sich also wenigstens in der nächsten Nähe aller Tugenden; der müßige Mensch ist immer noch ein besserer Mensch als der tätige. - Ihr meint doch nicht, dass ich mit Muße und Müßiggehen auf euch ziele, ihr Faultiere?
Zurück in die chinesische Frühzeit: Die Mawangdui-Texte zur Lebenspflege aus dem 2. Jh. v. Chr. mit ihren eindrucksvollen Darstellungen von Bewegungsübungen wurden seit ihrer Entdeckung in den 1970er Jahren kreuz und quer sinologisch und nicht-sinologisch durchleuchtet. 
Die konkreten Anweisungen zur Lebenspflege spiegelten ein in dieser Zeit gewachsenes neues Menschen- und Körperbild wieder: Krankheit, Gesundheit und Glück sind von den Handlungen und der Verantwortlichkeit des Menschen selber abhängig, nicht von Göttern und Dämonen.
Mehr über diese Einstellungen zu Gesundheit und Wohlergehen im morgigen Workshop von Gudula Linck.
Das Erstaunliche und Verwirrende bei der Beschäftigung mit dem Daoismus ist seine eindrucksvolle Fähigkeit zur Assimilation verschiedenartigster heil- und heilskundlicher Vorstellungen. 
Die Integration buddhistischer, konfuzianistischer und auch volkstümlicher Vorstellungen war  nie ein Problem. 
Nach Gründung der Volksrepublik versuchte man, vor allem die volksreligiösen Formen des sogenannten &#8222;Aberglaubens&#8220; auszumerzen. 
Seit dem Ende der Kulturrevolution werden sie jedoch vor allem in ländlichen Gegenden wieder revitalisiert. 
Toten- und Heilungsrituale führen die Priester dieser &#8222;Religionen&#8220; durch. 
Sie holen die verirrten Seelen nach Traumata zurück. 
Sie helfen bei schlechter Gesundheit und bei Erfüllung des Kinderwunsches. 
Geister oder böse Ahnen hingegen, die man für Krankheiten verantwortlich macht, werden gejagt, verhaftet, bestraft und aus der Gemeinschaft verbannt. Mehr darüber übrigens im morgigen Workshop von Lucia Obi.
Hingegen im Konfuzianismus: Wie auch im Daoismus -das Prinzip der Eigenverantwortlichkeit für das Leben. 
Hier jedoch durch die Ahnenverehrung weit über das individuelle Dasein ausgedehnt. 
Denn der Einzelne versteht sich als Glied einer Kette von Vorfahren und Nachkommen. 
Er ist somit nicht nur sich selber, sondern auch seinen Ahnen verpflichtet und profitiert von wechselseitiger Fürsorge. 
Jeder Mensch wechselt in diesem generationsübergreifenden Dasein irgendwann die Rollen. 
Für die konfuzianischen Ärzte war dann auch das Fehlverhalten gegenüber den Ahnen und den Mitmenschen eine entscheidende Ursache für Krankheit und Unglück. 
Die war ein Kerngedanke der Gesundheitspflege Yangsheng, wie sie durch den Konfuzianismus geprägt war.
Für den Buddhismus hingegen ist das Leben mit Leiden schlechthin verbunden. Ende des Leidens ist im Leben kaum möglich, erst im Nirvana. 
Überlegungen, die den Buddhismus in den armen bäuerlichen Gesellschaftsschichten Chinas überaus populär machten. 
Das Leben zu pflegen &#8211; ein abwegiger Gedanke für einen bitterarmen Tagelöhner, der um die tägliche Reissuppe bangen muss! 
Sie sehen: Wege zum Glück, Wohlbefinden und Harmonie gibt es unendlich viele. 
Jede Kultur hat ihre eigenen Vorstellungen entwickelt, bei denen die Grenzen zwischen  Religion, Philosophie und Medizin bis hin zur Unkenntlichkeit verschwimmen. 
Der unproblematische und überaus pragmatische Umgang der &#8222;alten Chinesen&#8220; kann uns in unserer heutigen säkularisierten Welt die Perspektive für eigene Wege geben. 
</description>
    <author>Prof. (Univ. Chengdu/China) Andreas A.Noll</author>
    <pubDate>Fri, 11 Jun 2010 10:17:48 +0200</pubDate>
    <guid isPermaLink="false">b8562536aa38fd1441d651dad43acca1</guid>
    <link>http://tcm-praxis.podspot.de/post/wege-zum-gluck-plenumsvortrag-auf-dem-tcm-kongress-rothenburg-2010/</link>
    <enclosure url="http://tcm-praxis.podspot.de/files/RO%202010.m4v" length="96955068" type="audio/mpeg"/>
  </item>
  <item>
    <title>Geschlechterrollen (Gender), Daoismus und Gesundheitspflege (Yangsheng) im alten China</title>
    <description>Vortrag Beijing Forum November 2009, Noll (Germany)

Gender, Daoismus und Gesundheitspflege Yangsheng
Attraktivität des Daoismus in der modernen westlichen Welt
Die Gedanken von Laozi und Zhuangzi erfreuen sich in westlichen Ländern spätestens seit
dem frühen 20. Jahrhundert großer Attraktivität. Ruhelosigkeit, Fortschrittsdrang,
wirtschaftliche und soziale Unsicherheit und damit verbundene Ängste verbreiteten sich in
der modernen westlichen Welt. Sie treffen zusammen mit einer fortschreitenden
Säkularisierung seit dem Beginn der Aufklärung im 17.-18.Jahrhundert. Der Weg zu
persönlichem Heil und Gesundheit blieb im Verlauf der zunehmenden Abkehr von religiösen,
meist christlichen Vorstellungen jedem Individuum selbstüberlassen. Chinas Religionen und
vor allem die Philosophie von Laozi und Zhuangzi boten hingegen Konzepte für Harmonie
und Friedfertigkeit, die das moderne Leben im Westen vermissen ließ. Auch andere
Vorstellungen machten den Daoismus im Westen attraktiv: Die Vorstellung des ständigen
Wandels - also die des Dao- ergänzt auf harmonische Weise den modernen
Fortschrittsglauben. Das Prinzip &#8222;Wu wei&#8220; löst die Zwanghaftigkeit des &#8222;Du mußt&#8220; auf. Und:
Der Daoismus schien dem westlichen Menschen auch ohne die im Verlauf der Säkularisierung
verpönt gewordenen Götter auszukommen. Denn die vielfältigen Entwicklungen des
religiösen Daoismus mit seiner Welt von Göttern und Dämonen seit der späten Han-Dynastie
sind für den Westen erst in den letzten 20-30 Jahren deutlich geworden.
Relevanz von Genderfragen in der westlichen Welt
Im Kontext des jetzigen Themas steigerte ein weiterer Aspekt die Attraktivität des Daoismus
im Westen: Die Dualität von Yin und Yang bezieht die dynamische Zweiheit von Mann und
Frau mit ein: das moderne Gleichheitsverständnis der Geschlechter fand so seine Bestätigung
in Jahrtausende alten chinesischen Vorstellungen. Die Forderung nach Gleichberechtigung der
Geschlechter wird im Westen seit wenig mehr als 100 Jahren aufgestellt. Der Daoismus
scheint nun diejenige Philosophie bzw. Religion zu sein, die als einzige die Gleichwertigkeit
der Geschlechter und vor allem die Qualität wechselseitiger Ergänzung zweier
Daseinsaspekte fordert und fördert.

Probleme der Untersuchung
Dieser Beitrag beschäftigt sich mit der Untersuchung von Geschlechterrollen im Daoismus,
insbesondere was die Heilkunde betrifft. Einige Probleme verdienen jedoch besondere
Beachtung, wenn man sich mit diesem Thema beschäftigt. Historisch sind grosse
Schwankungen in der Genderkonzeption wie in Europa so auch in China zu verzeichnen.
Abhängig von der historischen Situation und der Staatsräson kam es zu verschiedenen
Auslegungen von Frauen&#8208;und Männerrollen in der Gesellschaft. Stets aber basierten sie im
alten China auf dem System des Konfuzianismus. Die schriftliche Überlieferung dieser
Auslegungen unterliegen Veränderungen durch Transmission, Transkription und Adaption der
beschriebenen Geschlechterrollen. Die offiziellen Annalen spiegelten die Auffassungen der
Oberschicht wieder, und hier besonders die der in der Regel konfuzianischen
Gelehrtenschicht. Jegliche Überlieferung musste so den &#8222;Filter&#8220; der konfuzianischen Mingund
Qing-Dynastien passieren und wurde fortlaufend an die aktuellen gesellschaftlichen
Notwendigkeiten angepasst. Auch die Betrachtung von der heutigen Zeit aus setzt ein sicher
erst in den letzten Jahrzehnten entstandenes Problembewusstsein voraus.

Besonderheiten des Daoismus
Anders als zahlreiche andere Religionen besitzt der religiöse Daoismus, so wie er seit der
späten Han-Dynastie entstanden ist, eine sehr ausgeprägte Assimilationsfähigkeit. Vielfältige
daoistische Traditionen entstanden in einem ständigen Prozess der Auseinandersetzung und
der Integration anderer religiöser Impulse. Er wurde geprägt und verändert von Seiten der
Volksreligionen und durch Mythen, lokale Kulte, den Konfuzianismus und vor allem mittels
Integration buddhistischer Elemente. Vom Buddhismus wurden Strukturen, Rituale,
Organisationsformen und Symbole in vielfältiger Weise übernommen. Die Integration wurde
von immer neuen Versuchen der Differenzierung begleitet &#8211; von den songzeitlichen
Bemühungen zur Vereinigung der drei Religionen unter dem Dach des Daoismus bis hin zu
den Standardisierungen von Kult und Ritual in der Späten Kaiserzeit.
Im Vordergrund der Praktiken und Rituale steht im Daoismus das Erstreben von
Unsterblichkeit oder Langlebigkeit in substantieller wie nicht-substantieller Form. Daraus
folgert eine Heilssuche im Diesseits, weniger die Suche nach Erlösung im Jenseits. Weniger
durch Gottheiten erreicht der Mensch dieses Ziel als durch Vervollkommnung von eigenem
Qi und Essenz Jing. Aus diesem Grund auch übte der Daoismus einen großen Einfluß auf die
Entstehung und Entwicklung der Traditionellen Chinesischen Medizin (TCM) aus. In vielen
Bereichen sind medizinische von religiösen Überlegungen und Strategien nicht voneinander
zu unterscheiden.
Den Frauen wurden und werden im religiösen Daoismus besondere Fähigkeiten
zugesprochen:
 sie stellten das nährende und mütterliche Prinzip dar.
 sie sind Repräsentanten des Yin in Abgrenzung und Ergänzung vom
männlichen Yang, was sich in Fruchtbarkeit, Sexualität und Langlebigkeits&#8208;Praktiken
zeigt.
 häufig waren sie berühmte Lehrerinnen
 sie gelten als Besitzerinnen übernatürlicher Kräfte und wirkten häufig als
Matriarchen und Schamaninnen
 sie gelten als mit einem Körper versehen, der ihnen Transformation und
Transzendenz im Rahmen der inneren Alchemie Neidan erleichtert
Daoismus innen-Konfuzianismus außen: die Kreativität des Marginalen
Der Daoismus entwickelte sich stets als kontrastive Ergänzung zum Staats&#8208;und
Gesellschaftssystem des Konfuzianismus. Eine große Vielfalt an religiösen
Konzepten konnten von ihm resorbiert und weiterentwickelt werden. Seine schon in
den Vorstellungen des Laozi dargelegte feminine Weichheit und Offenheit bot so
gerade den Frauen einen Ort für Darstellung, Entwicklungen und Entfaltungen
tatsächlich außerhalb des Regelsystems.
-Zitat Laozi-
Innerhalb der daoistischen Gemeinschaften dominierten in den
Geschlechterbeziehungen die besonderen Charakterisierungen, die seit Laozi die
Frau als besonders prädestiniert für Sensibilität und Transzendenz dargestellt haben.
So wirkten Frauen häufig als Medien und religiöse Subjekte. Auch in den Praktiken
besaßen Frauen aufgrund ihrer Natur einen Vorteil bei der Kultivierung des &#8222;inneren
Embryos&#8220; als Keimzelle der Unsterblichkeit. Anders die sichtbaren, wahrnehmbaren
Schnittstellen dieser Gemeinschaften mit der &#8222;Außenwelt&#8220; - dies waren meist
Männer, denn das Äußere entsprach dem Yang&#8208;und diese wurden als Repräsentanten
des Daoismus von der konfuzianischen Geschichtsschreibung erfasst. In der
konfuzianisch geordneten &#8222;Außenwelt&#8220; waren die Geschlechterrollen ebenfalls nicht
so hermetisch getrennt, wie es die heutige gängige Rezeption vermittelt. Die
Intention der Geschlechtertrennung war nicht die Privilegierung der einen oder
anderen Seite, sondern die Betonung wechselseitiger Abhängigkeit wie
Eigenständigkeit. Die seit der Song&#8208;Zeit propagierte allseitige Geschlechtertrennung
bedeutete per se noch keine Hierarchie. Auch eine im &#8222;Inneren&#8220; wirkende Frau hat
Einflüsse auf das &#8222;Äußere&#8220;: als Ehefrau, Mutter und Verantwortliche für die
Erziehung der Kinder zur Aufrechterhaltung der generationsübergreifenden
Versorgung im patrilinealen System. Die Mutter blieb für den Sohn häufig auch
zeitlebens die &#8222;Frau des Lebens&#8220;. Als Tochter besaß sie einen großen Stellenwert für
das Knüpfen sozialer Netze. So erfuhren die Frauen unabhängig von einem
scheinbaren biologischen Determinismus verschiedene Wertigkeiten auch innerhalb
des Systems. Das Ausscheiden aus der Gesellschaft und aus persönlicher Not war für
viele Frauen und auch Männer in den buddhistischen und daoistischen Klöstern
möglich. Diese waren akzeptierte und von Staat sanktionierte sakrale Freiräume. Der
durch das Leben in Askese, gewidmet den religiösen Zielen, von den Frauen
hierdurch gewonnene gesellschaftliche Prestigegewinn erschien als Ausgleich für das
Instichlassen Chujia der Familie und Ahnen.

Historische Entwicklung der Frauen- und Männerrollen im Daoismus
Die Schöpfungsmythen in der Frühzeit der chinesischen Geschichte vor der
Gründung des Kaiserreichs gingen von einem androgynen Idealbild des Menschen
aus. Dieser entsteht, lebt und vergeht das Zusammenwirken von Yin und Yang.
Hingegen waren Frauen zumindest in der Oberschicht gering geschätzt. Ein
geflügeltes Wort besagte, dass die Erde dem Himmel folgt, also auch die Frau dem
Manne zu folgen habe. In der bäuerlichen Bevölkerung hingegen herrschte eine
Arbeitsteilung zwischen dem inneren Bereich der Frau und der äußeren Tätigkeit des
Mannes. Laozi, Zhuangzi und ihre Schüler lehrten die Eigenverantwortung des
Menschen für sein Heil und Unheil. Ebenso wie Konfuzius - seiner Lehre
entsprechend erhielt jeder Mensch seine Identität durch seine Rolle in der
Gesellschaft. Dieses Prinzip galt auch für die Geschlechterrollen: Als Ehefrau,
Mutter oder Tochter etc. wurden die Frauen betrachtet. Sie dominierten nicht durch
ihre geschlechtliche Identität als Frau. Männer&#8208;und Frauenbilder waren für den
frühen Daoismus wie in den Schöpfungsmythen ein androgynes Abbild des Dao im
Menschen.
Innerhalb der daoistischen Bewegungen in der Frühen Kaiserzeit waren Frauen und
Männer gleichwertig und pflegten in verschiedener Hinsicht die Verschmelzung von
Yin und Yang, so auch in der körperlichen Vereinigung als He Yinyang. Klöster
entwickelten sich später mehr und mehr als religiöse Zentren &#8211; und auch als
Freiräume für die mannigfaltigen Entwicklungen des Daoismus. Die Internalisierung
der individuellen Wege zu Langlebigkeit und Unsterblichkeit schritt weiter voran: die
von den Tianshi in Ritualen praktizierte sexuelle Vereinigung von Yin und Yang
wurde abgelöst durch Imaginationen der Vereinigung des Menschen mit dem
Göttlichen. Männliche wie weibliche Gottheiten konnten als Repräsentanten von Yin
und Yang im eigenen Körper visualisiert werden. Ziel war die Transzendenz und
häufig nicht mehr die körperliche, sondern geistige Unsterblichkeit. Anders als im
männerorientierten Buddhismus traten jetzt Frauen als Lehrerinnen häufig auf. Sie
wurden gleichberechtigt mit Männern in die daoistischen Gemeinschaften
aufgenommen. Dort konnten sie jenseits der Verpflichtungen von
generationsübergreifendem Ahnenkult und konfuzianischer &#8222;kindlicher Pietät&#8220; an
ihrer individuellen Vervollkommnung wirken. Der Anfang der Tang&#8208;Dynastie in der
Mittleren Kaiserzeit bildete den Höhepunkt in der Akzeptanz und Bedeutung des
Daoismus. Kontemplative Techniken hatten die Vervollkommnung des Menschen
zum Ziel &#8211; als &#8222;innere Alchemie&#8220; Neidan und somit komplementär zur beschriebenen
&#8222;äußeren Alchemie&#8220; Waidan. In diesen Techniken wurden Frauen ein Vorteil
zugesprochen: galt es doch, durch die meditative Pflege eines &#8222;inneren Embryos&#8220;
eine Quelle der Unsterblichkeit zu erschließen. Das sexuelle Geschlecht der Frau
(Uterus) ließ die Nonnen gegenüber den Mönchen einen Schritt in der Transzendenz
voran sein. Dementsprechend erreichten Frauen in der daoistischen Gemeinschaft
höchste Positionen. Mehr und mehr auch asketische Praktiken und alchemistische
Techniken dienten der Kultivierung der &#8222;inneren Natur&#8220; des Menschen. Waren
Frauen in den Anfangsjahren der Song noch vielfältig in führenden Positionen, so
wurden die Geschlechterrollen in der späteren Song&#8208;Zeit neu geregelt: Trennung und
Abgrenzung der Geschlechter war das Ziel des Neokonfuzianismus Lixue, die
Erfüllung der &#8222;kindlichen Pietät&#8220; oberste Prämisse zumindest in der Oberschicht.
Die daoistischen Klöster &#8211;nunmehr obligatorisch nach Geschlechtern getrennt&#8208;waren
Zufluchtsort für Witwen, Kurtisanen und ältere Frauen, die sich der Gesellschaft
entzogen hatten.
Alle Religionen wurden in der Späten Kaiserzeit streng reglementiert und unter dem
Dach des Neokonfuzianismus Lixue assimiliert und standardisiert. Im Süden Chinas,
weit entfernt von der Hauptstadt Peking, blühten jedoch immer wieder lokale
religiöse Kulte. Diese propagierten sogar die &#8222;Kultivierung zu Zweit&#8220; He Yinyang
wieder als Methode zur Gesunderhaltung und Langlebigkeit. Christliche Missionare
verbreiteten zudem ein neues Menschen&#8208;und Frauenbild. Unter diesem Einfluß
entstand die Aufstandsbewegung der Taiping. Sie bot auch den Frauen wie 1600
Jahre zuvor in der gleichnamigen Rebellion die Gleichstellung gegenüber den
Männern und somit eine völlig vom gesellschaftlichen Konsens divergierende
Einstellung zu den Geschlechtern.

Resümee
Die heutigen Vorstellungen von den Geschlechterrollen im alten China sind durch die
Quellenlage und die Fokussierung der Überlieferung auf die idealisierte Oberschicht
entstanden. Es wird so in seiner Absolutheit der historischen Entwicklung und
Vielschichtigkeit einer mehrtausendjährigen Geschichte nicht gerecht. Überlegungen
zu den wechselseitigen Beeinflussungen innerhalb der gesellschaftlichen Gruppen
lassen vor allem das Ideal der Einheit der Gegensätze erkennen. Es ist die Harmonie
von Yin und Yang, die die Grundannahme traditionell chinesischer Ontologie bildet.
Dies betrifft sowohl das Streben nach einem androgynen Ideal, indem der Mann als
Yang versucht in seinem Wirken sein Yin und somit die weichen, weiblichen Anteile
zu kultivieren. Aber auch in der Gesamtgesellschaft ist das Yinyang - Prinzip
bestimmend für das Verhältnis zwischen einer inneren, individuellen und auch in
Gemeinschaften gelebten Religiosität und den äußeren Bedingungen: Der Interaktion
des Einzelnen mit seiner Familie, dem Clan und der Gesellschaft als Ganzes.


Beijing Forum 2009, Noll (Germany)

Gender, Daoism and Health Care Yangsheng

The Popularity of Daoism in the modern Western World
Since the early 20th century the ideas of Laozi and Zhuangzi have become very popular in the occident. 
There restlessness, drives of progress, economic and social insecurity and other fears have increased. 
This development has been accompanied by a progressive secularization of Western societies since the beginning of the Enlightenment at the end of the 17th and the early 18th centuries. 
The pathway to personal salvation and health was left to the individual. 
This was the consequence of an increasing estrangement from religious, mostly Christian ideas. 
In this context, China&#8217;s religions in general and the ideas of Laozi and Zhuangzi in particular offered concepts of harmony and peaceableness, which modern life in the West could not provide. 
Further ideas make Daoism attractive for the Western world:
	The idea of constant change &#8211; meaning the Dao &#8211; contributes in a harmonious way to the modern belief in progress. 
	The principle of &#8220;Wu wei&#8220; dissolves the compulsion of &#8220;you have to&#8220;.
	Moreover, for Westerners Daoism seemed to get along very well without gods. They had been rejected in the course of secularization. 
It was only in the last two or three decades that the various developments of religious Daoism since the late Han Dynasty, in particular its world of gods and demons, have become visible for the occident.
The Relevance of Gender in the Western World
Another aspect has increased the attractiveness of Daoism in the Occident: 
The duality of Yin and Yang, which includes the dynamic duality of man and woman. 
The modern Western understanding of the equality of the sexes found its confirmation in Chinese philosophy that is thousands of years old. 
It was not before the 18th century at the beginning of the Enlightment that the call for the equality of the sexes was raised in the Occident. 
Daoism now seems to be the only philosophy, respectively religion, which demands and promotes the equality of the sexes and, above all, the quality of a mutual completion of the two aspects of being.


Problems of investigation
This essay will focus on gender roles in Daoism, especially in the context of the healing arts. 
Some problems, however, deserve special attention when we deal with this issue. 
Historically, considerable variations can be noted when we compare European and Chinese gender conceptions. 
The definition of the social roles of men and women has always strongly depended upon the actual historical and political situations. 
Even though in Ancient China they were always based on the system of Confucianism. 
The written traditions of these interpretations are subject to changes through the transmission, transcription and adaption of the described gender roles. 
The official annals reflect the perception of the upper class, and here usually the view of Confucian scholars.

Any transmission would thus have to pass through the &#8220;filter&#8220; of the Confucian Ming and Qing Dynasty. 
Transmission of knowledge was continually adapted to current social and political requirements. 
Moreover, the consideration of these developments from today&#8217;s point of view requires an awareness of problems that has definitely only developed for the past few decades.

Peculiarities of Daoism
Different to many other religions, religious Daoism&#8211; as it has developed since the late Han Dynasty &#8211; possesses a distinct ability to assimilate. 
The variety of Daoist traditions emerged in a continual process of debate and integration of other religious impulses. 
It was shaped and changed through folk religions and myths, local forms of worship and Confucianism. 
And, above all, Daoism was deeply influenced through the integration of Buddhist elements like structures, rituals, forms of organization and symbols. 
Integration was always accompanied by new attempts of differentiation &#8211; from the efforts of the Song time to unify the three religions under the same roof of Daoism up to the standardization of worship and ritual in late Imperial China
The aspiration for immortality or longevity in substantial and non-substantial form stands in the foreground of practices and rituals in Daoism. 
The search for wholeness in this life was more significant than the quest for salvation hereafter. 
This aim is achieved by completion of the personal Qi and the Essence (Jing) rather than by gods.
This is also the reason why Daoism has deeply influenced the emergence and development of Traditional Chinese Medicine (TCM).
In many areas one cannot even distinguish between medical and religious considerations and strategies.

In religious Daoism women were and are awarded special abilities:
	they represent the nourishing and maternal principle
	they are representatives of the Yin in distinction and completion of the masculine Yang, which is shown in fertility, sexuality and longevity practices.
	they are and were often famous teachers
	they are considered to own supernatural powers and often acted as matriarchs and shamans
	they are considered to have a body that makes it easier for them to transform and transcend within the inner alchemy Neidan.

Daoism inside &#8211; Confucianism outside: the creativity of the marginal
Daoism developed parallel and in contrast to the state and social system of Confucianism. 
It was able to resorb and refine a big variety of religious conceptions. 
the idea of feminine softness and openness had already been present in the perceptions of Laozi. 

This concept offered, especially for women, a possibility for self-fulfilment, development and unfolding outside the control system.
Within Daoist communities, concepts of gender relations were dominant since Laozi has described women as especially disposed to sensitivity and transcendence. 

The Spirit of the Valley never dies.
Hence comes the name Mysterious Female.
The gateway of the Mysterious Female
Is the root of Heaven and Earth.
Continuous like a thread it seems to exist;
Its utility is inexhaustible. 
Dao De Jing 6, Translation Henry Wei 1982

So women often acted as mediums and religious subjects. 
Due to their nature, they also had an advantage in practices related to cultivating the &#8220;inner embryo&#8220; as the germ cell of immortality. 
In contrast to these female elements in Daoist communities, their visible, perceivable interfaces with the &#8220;outside world&#8220; were mostly men. 
They were the exterior, corresponding to Yang.
 
It was these men who were recorded in Confucian history as the representatives of Daoism. 
But the gender roles were also not hermetically separated in the Confucian &#8220;outside world&#8220; as popular reception implies. 
The intention of gender segregation was not to favour one side or the other but to point out interdependence and independence. 
General gender segregation that had been propagated since the Song Dynasty did not mean hierarchy per se. 

A woman acting &#8220;inside&#8220; had also a strong influence on the &#8220;outside&#8220;: 
As a wife and a mother she was responsible for the education of her children in order to maintain the generation-spanning supply within the patrilineal system. 
The mother often remained the &#8220;woman of life&#8220; for the son. 
As a daughter she had an important role because it was through her that social networks were established. 
Thus women fulfilled a variety of significant roles within the system, which was not based on any form of biological determinism.
It was possible for many women and also men to withdraw from society into Buddhist and Daoist convents because of personal misery. 
These were accepted as sacred areas of freedom, sanctioned by the state. 
Life in ascesis, devoted to religion, enhanced the social prestige of women and appeared therefore as a compensation for abandoning Chujia family and ancesto


The historical development of the roles of women and men in Daoism
Creation myths of The Early Period of Chinese history before the foundation of Imperial China are based on an androgynous ideal of humanity. 
In these stories, the human being emerges, lives and decays through the interaction of Yin and Yang. 
He, who knows the Male
And yet holds on the Female,
Becomes the ravine of the world.
Being the ravine of the world,
He is always in union with Eternal Virtue
And returns to the stae of the new-born babe. 
Dao De Jing 28, Translation Henry Wei 1982
Despite this idea, women were held in low esteem at least in the upper class. 

A familiar quotation said that as the earth follows heaven, woman has to follow man. 
In the countryside population, however, the division of labour between the inner sphere of woman and the external activity of man was dominant. 
Laozi, Zhuangzi and their students taught that human beings were responsible for their own salvation or misery. 
According to Kongzi every person obtains his identity through his role in society. 
This principle also applied for gender roles: women were seen as wives, mothers or daughters and so on, rather than being reduced to their sexual identity. 
In early Daoism &#8211; like in the creation myths - men and women were seen as an androgynous reflection of the Dao in the human being

Within the Daoist movements of Early Imperial China women and men were attributed equal value. 
They were believed to foster in different ways the fusion of Yin and Yang, corresponding to the physical union as He YinYang. 
Later, convents developed more and more into religious centres &#8211; and also into areas of freedom contributing to the manifold developments of Daoism. 

The internalization of individual ways to longevity and immortality continued. 
So the sexual union of Yin and Yang, which had been practiced by the Tianshi in rituals, was replaced by the imagination of a union of human beings with the divine. 
Male and female deities could be visualized in one&#8217;s own body as representatives of Yin and Yang. 
The aim was transcendence and &#8211; frequently - spiritual rather than physical immortality. 
Contrary to male-oriented Buddhism, women in Daoism often appeared as teachers. 
Like men they were accepted in Daoist communities. 

There they could work for their individual completion away from any obligation for generation-spanning ancestor worship and Kongzi &#8220;childlike piety&#8220;. 
The beginning of the Tang Dynasty in the Middle Empire period marks the peak in the acceptance and significance of Daoism. 

The aim of contemplative techniques was the completion of human beings &#8211; as the &#8220;inner alchemy&#8220; Neidan and thus complementary to the described &#8220;outer alchemy&#8220; Waidan. 
In these techniques women were granted an advantage: 
it was fundamental to open up a source of immortality through the meditative fostering of the &#8220;inner embryo&#8220;. 
What concerns transcendence the female sex of the woman (uterus) let the nuns be one step ahead of the monks. 
By this way women reached highest positions within the Daoist community. 
Increasingly ascetic practices and alchemist techniques served the cultivation of the &#8220;inner nature&#8220; of the human being. 
However, whereas women during the early years of Song often had had leading positions, gender rules were newly organized during the late Song. 
Segregation and distinction of gender was the aim of Neo-Confucianism Lixue. 
The fulfilment of &#8220;childlike piety&#8221; became the highest goal of at least the upper class. 

In the course of this development, Daoist convents, organised in compulsory sexual segregation, became the retreat for widows, courtesans and older women who had withdrawn from society.
In Late Imperial China all religions were severely regulated. 
They were assimilated and standardized under the roof of Lixue. 
In southern China, however, a long way from the capital Beijing, local religious cults prospered very now and then. 
They even propagated again the &#8220;cultivation in twos&#8220; He Yinyang  as a method to preserve health and obtain longevity. 
At the same time, Christian missionaries disseminated a new image of man and woman. 
Under this influence the rebellious movement of Taiping developed, which stuck to the same idea of women&#8217;s equality that had been dominant 1600 years before. 
Thus it offered an attitude towards gender that was completely divergent from the social agreement.


Summary
Our contemporary notions about the gender roles in Old China have been shaped by the available sources and the predominant focus on an idealized upper class. 
This does not do justice to the many-sided historical development and the complexity of several thousands of years of Chinese history. 
An acknowledgement of the mutual influences within social groups reveals, first of all, the ideal of the coincidence of opposites. 
It is the harmony of Yin and Yang that constitutes the basic assumption of traditional Chinese ontology. 
This implies the aspiration towards an androgynous ideal. 
Man as Yang has to try to cultivate his Yin, meaning his soft, female parts in his actions. 
But the principle of YinYang is also essential for the relation between an inner religiosity, which is lived individually and in communities, and the external social conditions: 
the interaction of the individual with his family, the clan and society as a whole.


</description>
    <author>Prof. (Univ. Chengdu/China) Andreas A.Noll</author>
    <pubDate>Sat, 05 Dec 2009 10:34:33 +0100</pubDate>
    <guid isPermaLink="false">92ea112a9dd4b5e7dd8ae7a2884414a6</guid>
    <link>http://tcm-praxis.podspot.de/post/geschlechterrollen-gender-daoismus-und-gesundheitspflege-yangsheng-im-alten-china/</link>
    <enclosure url="http://tcm-praxis.podspot.de/files/Daoismus%20und%20Geschlechterrollen.mp4" length="144580385" type="audio/mpeg"/>
  </item>
</channel>
</rss>